Bedingungslose Hingabe: Wenn wir aufhören zu kämpfen und anfangen zu fließen
- Marina Krauer-Stöckli
- 22. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Was für ein Thema für ein Seminarwochenende: Bedingungslose Hingabe.
Schon bei der Ankündigung schossen die Fragen wie Blitze durch die Köpfe der Teilnehmer – und auch durch meinen: Hingabe an das Leben? Heißt das Unterwerfung? Geben wir das Zepter komplett aus der Hand? Bedeutet es den totalen Kontrollverlust?
Die Angst davor, die Zügel locker zu lassen, sitzt tief in uns. Doch an diesem Wochenende stellten wir uns einer viel wichtigeren Frage: Verpassen wir durch die permanente Kontrolle nicht eigentlich unser Leben und all die Momente, die es lebenswert machen?
Kontrolle vs. Lebensqualität
Wir glauben oft, wir müssten alles im Griff haben, um sicher zu sein. Doch was, wenn wir mehr aus dem Leben herausholen könnten, wenn wir es als Guide betrachten und nicht als Gegner?
Wenn wir die Kontrolle in gewissen Momenten abgeben und das Leben einfach auf uns wirken lassen, kommen oft Dinge an die Oberfläche, die wir längst vergessen oder tief in uns verdrängt hatten. Es entsteht Raum für Heilung, die im Modus des "Funktionierens" niemals möglich wäre.
Ein Erlebnis, das 40 Jahre im Verborgenen lag
Mir selbst ist genau das an diesem Wochenende passiert. Durch die Stille und die bewusste Hingabe kam ein Erlebnis aus meiner Kindheit wieder an die Oberfläche, das ich als fünfjähriges Mädchen hatte.
Ich sah plötzlich wieder den genauen Ablauf vor meinem inneren Auge: Wie ich damals in die brennende Zigarette meines Vaters gelaufen bin und mir das rechte Augenlid verbrannt habe. Ich hatte diesen Moment komplett verdrängt. Doch warum kam es ausgerechnet an diesem Wochenende hoch?
Ich kenne die Antwort heute. Durch das bewusste Hinschauen und das Zulassen der alten Bilder konnte ich diese alte Wunde endlich auflösen. Es war, als würde ein Puzzleteil meines Lebens endlich an seinen richtigen Platz fallen.
Kollektive Heilung und Aha-Momente
Ich war nicht die Einzige, die solche tiefgreifenden Erkenntnisse hatte. Während des gesamten Seminars war immer wieder ein erleichtertes „Aha!“ oder ein „Jetzt ist es klar!“ im Raum zu hören.
Durch eine Kombination aus:
tiefgehenden Meditationen,
gezielten Übungen,
und dem ehrlichen Austausch untereinander
konnten viele von uns alte Traumata, belastende Gefühle und missverstandene Situationen aus der Vergangenheit angehen und loslassen.
Fazit: Das Leben gewinnen
Hingabe ist kein Verlust von Macht. Im Gegenteil: Es ist der Mut, sich der eigenen Wahrheit zu stellen. Wer aufhört zu kontrollieren, beginnt zu sehen. Und wer sieht, kann heilen.
Das Wochenende hat uns gezeigt, dass wir nicht gegen das Leben kämpfen müssen. Wenn wir uns ihm hingeben, wird es zu unserem größten Lehrer und Wegbegleiter.




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