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Die Emotions-App auf STUMM schalten?Warum Fühlen deine Superkraft ist!

Marina Krauer-Stöckli
vor 5 Tagen
2 Min. Lesezeit
Die Emotions-App
Die Emotions-App

Wir alle kennen diese Tage, an denen einfach alles auf einmal kommt. Tage, an denen die Emotionen wie eine Welle über uns zusammenschlagen, an denen wir nicht mehr wissen, wo vorne und hinten ist und die Orientierung verlieren. Ob Wut, Angst, Trauer oder selbst eine Überfülle an positiven Reizen – manchmal wird die Intensität unserer Innenwelt schlicht zu viel.

In einer Welt, die ständige Funktionstüchtigkeit, Effizienz und Tempo belohnt, keimt in solchen Momenten oft ein verlockender Wunsch auf: Wie einfach wäre es doch, wenn wir für unsere Gefühle einen Stumm- oder Ausschalter hätten?

Stell dir vor, du hättest auf deinem Smartphone oder Tablet eine kleine App installiert: die Emotions-App. Ein kurzer Tipp auf das Display, und schmerzhafte oder unpassende Gefühle werden lautlos in den Hintergrund gedrängt oder komplett deaktiviert. An Tagen, an denen Höchstleistungen von uns erwartet werden, könnten wir auf Knopfdruck ungestört und fehlerfrei funktionieren.

Doch die Wahrheit ist: So verlockend dieser Gedanke im ersten Moment auch klingen mag – zum Glück besitzen wir diesen Schalter nicht.

Genau diese Tage und Momente der Überforderung halten uns den Spiegel vor. Sie erinnern uns sanft, aber bestimmt daran, dass wir keine Roboter, keine Maschinen und keine gefühllosen Roboterwesen sind. Wir sind nicht auf dieser Erde, um starr zu funktionieren. Es sind genau diese intensiven, ungemütlichen Phasen, die uns tief in unserem Inneren berühren und uns spüren lassen: Ich lebe. Ich bin Mensch.

Gefühle und Emotionen sind kein störender Ballast, den es wegzuerziehen oder wegzudrücken gilt. Sie sind der lebendige Beweis unserer Menschlichkeit, unserer Indivitualität und unserer Tiefe.

Anstatt sie wegzudrücken, dürfen wir wieder lernen, uns ihnen zuzuwenden. Wir dürfen lernen, den Raum für sie zu öffnen, sie anzunehmen und sie wirklich zu durchfühlen – egal wie schmerzhaft, intensiv oder unbequem sie im ersten Moment sein mögen. Denn genau darin liegt ein großer Wandel: Wenn wir den Widerstand aufgeben und das Gefühl da sein lassen, verwandelt es sich.

Aus jedem durchgefühlten Schmerz, aus jeder Welle der Überforderung wachsen wir. Wir lernen uns selbst auf einer tieferen Ebene kennen und ziehen daraus unsere wahre Kraft, unsere Resilienz und unsere innere Weisheit.

Wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, dass dir alles zu viel wird: Halte inne. Erinnere dich daran, dass du nicht funktionieren musst, um wertvoll zu sein. Nimm einen tiefen Atemzug und erlaube dir, einfach Mensch zu sein.

 
 
 

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